Kein Abschluss ohne Anschluss

Im Mai 2012 wurde die Kuhlenkampschule – als erste und bis
dahin einzige Mindener Förderschule – für hervorragende Leistungen
im Rahmen der Berufsorientierung mit dem SIEGEL „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ ausgezeichnet. Im Mai 2015 wurde uns diese Auszeichnung nach erfolgreicher Re-Zertifizierung erneut verliehen.

Vorausgegangen waren jeweils ein schriftliches Bewertungsverfahren
sowie ein Besuch durch eine Kommission der Peter Gläsel Stiftung, die unsere Materialien sichtete und mit den
Vertretern aller an der Berufsorientierung beteiligten
Gruppen an der Schule und mit außerschulischen Partnern Gespräche führte.

 

Dieses SIEGEL dürfen wir bis 2018 führen.

 

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Mit „KAoA“ (Kein Abschluss ohne Anschluss) hat NRW begonnen, ein neues Übergangssystem von der Schule in den Beruf umzusetzen. Es nimmt alle Schülerinnen und Schüler in den Blick. Der Start ins Berufsleben soll so möglichst vielen Jugendlichen erfolgreicher als bisher ermöglicht werden.

KAoA sieht zunächst folgende Schritte für die Klassen 8 und 9 vor

 

  • Information der Schülerinnen und Schüler über die BO der Schule
  • Information der Eltern
  • Einführung eines Portfolioinstrumentes
  • Potentialanalyse
  • Berufsfelderkundung
  • Praxiskurse
  • Langzeitpraktikum (Klassen 9 und 10)

 

Die Kuhlenkampschule hat viele dieser Komponenten seit Jahren in ihrem BO Programm fest installiert. Ab dem Schuljahr 2018/19 findet die Potentialanalyse  für Förderschüler wieder 2-tägig anstatt 1-tägig statt. In den letzten zwei Jahren war der Träger die Evangelische Jugendhilfe Schweicheln. Im Anschluss daran durchlaufen die SchülerInnen die Berufsfelderkundungstage ebenfalls trägergestützt. An drei Tagen arbeiten die SchülerInnen in Gruppen  in verschiedenen Berufsfeldern. Zur Vertiefung ihrer Kompetenzen dienen die sich in Klasse 9 anschließenden trägergestützten Praxiskurse. Die SchülerInnen können bei uns in Klasse 10 ihre erworbenen Fähigkeiten in einem Langzeitpraktikum unter Beweis stellen (siehe Unterpunkt „Das Langzeitpraktikum“).

 

Weitere Elemente der BO der Kuhlenkampschule, die sich besonders bewährt haben  :

 

  • Die Schülersprechtage

Analog zum Elternsprechtag, nehmen sich die Klassenlehrkräfte einen Tag Zeit, um mit jeder/m ihrer Schülerinnen und Schüler ein ausgiebiges Gespräch zu führen. Gemeinsam werden die Leistungen in der Schule und in den Praktika diskutiert und Ziele für die weitere Arbeit formuliert.

 

  • Die Arbeit mit dem Berufswahlordner.

Da der bekannte „Berufswahlpass“, die Belange von Förderschülern nicht ausreichend berücksichtigt, hat unser Oberstufenteam einen speziell auf unsere Schülerinnen und Schüler zugeschnittenen Ordner entwickelt. In ihm sammeln die Jugendlichen ab Klasse 8 alle für den Übergang Schule-Beruf relevanten Unterlagen, z.B. Zeugnisse, Bescheinigungen, die Ergebnisse der Potentialanalyse, Zertifikate außerschulischer Anbieter usw. Sie heften dort aber auch Ergebnisse ihrer eigenen Arbeit ab, z.B. Lebenslauf, Praktikumsberichte, Bewerbungsschreiben usw. Darüber hinaus bietet der Ordner Platz für Informationsseiten und Übersichten.

 

  • Die Praktika

Jede Schülerin und jeder Schüler muss in der Oberstufe (mindestens) drei Praktika absolvieren. Auf das einwöchige Schnupperpraktikum in Klasse 8 und das dreiwöchige Betriebspraktikum in Klasse 9 folgt das Langzeitpraktikum in Klasse 10. Dann arbeiten die Schülerinnen und Schüler wöchentlich an zwei Tagen in einem Betrieb und besuchen entsprechend nur noch an drei Tagen die Schule.

 

  • Das Berufsorientierungsbüro (BOB)/ Studien-u. Berufswahlkoordinator(Stubo)

Ebenfalls seit 2009 ist das BOB die zentrale Anlaufstelle für den gesamten Berufsorientierungsprozess. Es steht Schülern wie Lehrkräften offen, hat jedoch auch spezielle Beratungszeiten. Der Raum ist einerseits Arbeitsplatz von Stubo und Beratungslehrer, hier finden andererseits aber auch alle Beratungsgespräche mit dem Reha-Berater der Agentur für Arbeit statt sowie Veranstaltungen externer Partner. Außerdem steht der Raum für Elterngespräche zur Verfügung.

 

  • Die Schülerfirma

Erstmals wurden im Schuljahr 2014/15 und 2015/16  Klassen gebildet, in die diejenigen Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden, die wegen körperlicher oder emotionaler Beeinträchtigungen oder wegen ihres unzuverlässigen Schulbesuchs nicht für ein Langzeitpraktikum geeignet schienen. Um auch diesen Jugendlichen „berufliche“ Erfahrungen zu ermöglichen, die über das rein schulische Lernen hinausgehen, aber noch im geschützen Rahmen der Schule liegen, gründeten sie eine Schülerfirma. Hier wurden Schulmaterialien angeboten und Frühstück verkauft. Es wurden Erfahrungen in Planung, Einkauf/Verkauf, Lager, Werbung etc. gemacht, sowie Schlüssel-qualifikationen trainiert. Ein Mindener Unternehmer stand der Klasse/ Firma einmal monatlich als „Aufsichtsrat“ zu Verfügung.

Die Schülerfirma „Kuhler Kiosk“ nimmt ihre Tätigkeit wieder auf, wenn mehrere SchülerInnen kein Langzeitpraktikum ableisten können.

 

Beispielhaft für verschiedene Angebote außerschulischer Träger wird das nachfolgende Angebot für Klasse 10 beschrieben:

 

  • Bewerbungstraining der Kolping Jugend

Als ein fester Bestandteil der BO in den 10. Klassen ist seit zehn Jahren das Bewerbungstraining implementiert, das von der Kolping-Jugend organisiert und an vier Tagen an unterschiedlichen Orten durchgeführt wird. In den letzten drei Jahren war der Veranstaltungsort das Jugendgästehaus Hardehausen. Die Praktikumserfahrungen der SchülerInnen bilden die Grundlage dafür, sich mit den von ihnen gewählten Berufsbildern zu beschäftigen. Während der Arbeitsphasen werden sie für die eigenen Fähigkeiten sensibilisiert und müssen sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzen. Unter Anleitung lernen sie die telefonische Bewerbung kennen und erproben die Anwendung der entsprechenden und angemessenen Kommunikationsformen. Ein weiterer Aspekt widmet sich den Inhalten und dem Ablauf eines Einstellungstests, der unter realen Bedingungen simuliert wird. Den Abschluss des Bewerbungstrainings bilden das Erarbeiten und die Vorbereitung der Inhalte auf ein Vorstellungsgespräch, welches exemplarisch mit jeder/m SchülerIn durchgeführt und nachbesprochen wird. Während der  viertägigen Veranstaltung finden zwischen den Arbeitsphasen intensive Informationsgespräche mit allen Beteiligten statt (SchülerInnen, Teamer, Stubo, LehrerInnen). Die Auseinandersetzung mit basalen Sozialkompetenzen sowie das Einüben von Kritikfähigkeit, Hinführung zu einer realistischen Selbst- und Fremdeinschätzung, Stärkung des eigenen Reflexionsvermögens sind bedeutende Inhalte zur Förderung unserer SchülerInnen.

 

Weitere Angebote und Lernchancen können der nachfolgenden tabellarischen Übersicht entnommen werden.

 

Berufsorientierung und Lebensplanung als PDF-Download