war ein Ausstellungsprojekt in 42 Mitgliedsstädten des Kultursekretariats NRW Gütersloh. Das Projekt dauerte von September 2010 bis Februar 2011. Per Losverfahren wurden die Künstler den einzelnen Städten zugeteilt. Für Minden wurde der Berliner Künstler Christian Hasucha ausgelost.
Hasucha entwickelt Interventionen für den öffentlichen Raum, mit denen er es darauf anlegt, den Betrachter zu irritieren und zum Innehalten zu bringen. Seine Irritationen sind wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Intervention, wie Hasucha seine Kunstform nennt. Passend zum Thema "Blickwechsel" sorgt die eher kleine Veränderung für einen Moment des Innehaltens, für ein Stutzen - schnell ändert sich so der Blick auf Altbekanntes. Umfeld und Arbeit sollen in einen Dialog treten, die Menschen ebenfalls.
Im Rahmen des städtischen Engagements im Bereich Kulturelle Bildung wurde die Mindener Intervention von Christian Hasucha durch Arbeiten von Schülerinnen und Schülern ergänzt.

 Schulen konnten sich an der Ausstellung Blickwechsel beteiligen, indem sie Hasuchas künstlerische Idee aufgriffen und auf die direkte Umgebung der eigenen Schule bezogen. Nach einer Einführung und exemplarischen Vorstellung einzelner Arbeiten von Hasucha und Künstlern, die ähnlich arbeiten, entwickelten die Klassen eigene Ideen. Eine Jury wiederum wählte 3 Vorschläge jeder Klasse aus, die Unterstützung bei der Realisierung erhielten. Die Realisierung der Arbeiten erfolgte bis zum 11. Februar 2011. Es gab Projekte, die nur an einem Nachmittag durchgeführt wurden und feste Installationen über einen längeren Zeitraum.

Dies sind die Projekte der Klasse 10b der Kuhlenkampschule, die
schließlich durchgeführt wurden.

 

Parkplatzrasen

 

Wer glaubte, einen der begehrten Parkplätze in der Nähe des Eingangs entdeckt zu haben, schaute sichtlich irritiert und manchmal auch verärgert auf das, was er entdeckte. Ausgelegt mit Kunstrasen und abgesperrt mit rotem Flatterband erweckte der inszenierte Parkplatz den Eindruck, als wäre die Arbeit nur kurz unterbrochen. Doch was wurde hier gemacht? Wer gestaltete die gepflasterte Fläche neu mit grünem Rasen? Oder handelte es sich um eine gezielte künstlerische Installation?

 

Basketball(Einkaufs)korb

                

Besucherinnen und Besucher, die im November die Kuhlenkampschule in einer der Pausen besuchten, blickten irritiert auf die Schülerinnen und Schüler, die ein ungewöhnliches Sportgerät nutzten: Ein Einkaufswagen, angebracht in luftiger Höhe, ergänzte die beiden Basketball-Körbe und wurde mit Begeisterung als Ziel für Wurfübungen genutzt.

 

Schülertausch

Eine Idee für eine Intervention der besonderen Art hatte ein Schüler der Kuhlenkamp-Schule. Seine Idee in Anlehnung an die Definition von Interventionen war: Auch Schüler und Schülerinnen können "öffentlich installierte Fremdkörper" sein, wenn sie plötzlich in fremden Schulen auftauchen. Und so wurde der Schülertausch initiiert. Kuhlenkampschule, Ratsgymnasium und  Käthe-Kollwitz-Real-Schule machten es möglich, dass einzelne Schülerinnen und Schüler einen Tag am Unterricht in den anderen Schulen teilnahmen. Das, was passierte und die SchülerInnen erlebten, wurde dokumentiert.